Lech - der letzte Wildfluss Europas

Der Lech ist ein rechter Nebenfluss der Donau. Der 264 km lange Fluss entspringt nahe dem Formarinsee in Österreich (Vorarlberg), fließt zwischen den Allgäuer Alpen und den Lechtaler Alpen durch Tirol, erreicht dann Südbayern und den Lechfall, kurz dahinter Füssen, durchfließt den Forggensee und mündet bei Donauwörth in die Donau. Er ist nach dem Inn und der Isar der wichtigste Wasserlieferant der Donau auf dem deutschen Gebiet.

Er bildete während der Zeit der Völkerwanderung und im frühen Mittelalter die Grenze zwischen dem alemannischen Stammesgebiet im Westen und dem bayerischen im Osten.
In Österreich besitzt er noch weitgehend den Charakter eines Wildflusses mit ausgedehnten Schotterbänken. Hier ist der "Naturpark Tiroler Lechtal".

Details zum Lech:

Name: Lech
Lage: Außerfern, Bezirk Reutte, Lechtal, im Nordosten Tirols

Schwierigkeitsgrad:
Lechschluchten IV bis VI
Oberer Lech II bis III
Mittlerer Lech I bis III+

Kurzcharakteristik:
Der Oberlauf mit den unwegsamen Lechschluchten bietet 13 km schwerstes Wildwasser (WW V bis VI). Ab Steeg fließt der blaugrüngraue Lech je nach Wasserstand schwierig bis unschwieriger Fluss (WW I bis III+) durch ein weites, von bis zu 2800m hohen Bergen begrenztes, naturbelassenes Hochtal. Der Lech wird auch als der letzte Wildfluss der Alpen bezeichnet. Unterhalb von Weissenbach ist die Befahrung für Wildwassersportler nicht mehr attraktiv.

Anreise:
Von Reutte: Auf der B 198 Lechtal Bundesstraße Richtung Südwesten zum Einstieg nach Steeg.
Vom Arlberg: Auf der B 198 über den Flexenpass ins Lechtal. Der Abschnitt Lech-Warth ist im Winter gesperrt.
Vom Inntal: Über den Fernpass (B 179) ins Außerfern. Die Hahntennjochstraße führt von Imst nach Elmen (Wintersperre).
Von Oberstdorf (D): Über das Tannheimertal und den Gaichtpass nach Weissenbach.

Amtliche Ein-/Ausstiege:
Einstieg Tränke Steeg Rechtes Ufer Fl.km 227,192
Ein/Ausstieg Tannenhof Steeg Linkes Ufer Fl. km 223,192
Ein/Ausstieg Stockacher Brücke Bach Rechtes Ufer Fl. km 219,362
Ein/Ausstieg Sportplatz Bach Rechtes Ufer Fl. km 217,031
Ein/Ausstieg Camping Rudi Häselgehr Linkes Ufer Fl. km 206,900 (Gebühr EUR 1,- ausgenommen Campinggäste)
Ein/Ausstieg Raftbasis Friedle Häselgehr Linkes Ufer Fl. km 205,717 (Ein- und Ausstiegsgebühr)
Ein/Ausstieg Brücke nach Hornbach Stanzach Rechtes Ufer Fl. km 197,721
Ein/Ausstieg Johannisbrücke Weissenbach Linkes Ufer Fl. km 190,120
Ein/Ausstieg Riedener Brücke Weissenbach Rechtes Ufer Fl. km 186,705

Flussabschnitte - oberer Lech

Gesamtlänge: 15 km (Abschnitte: Lech - Warth 5 km, Warth - Steeg 10 km)

Abschnitt Lech-Warth-Steeg:
Länge: 13.5 km (km 14 - km 27.5 laut DKV)
Schwierigkeit: WW IV bis VI
Befahrbarkeit: bei Niedrigwasser
Einstieg: Brücke am Ortsende von Lech
Ausstieg: Holzbrücke bei Warth, rechts kleine Straße hinunter zu einem Holzschuppen
Beschreibung:
Der Oberlauf mit den unwegsamen Lechschluchten bietet 13km schwerstes Wildwasser, WW IV – VI in alpiner Umrahmung mit vielen schönen Stellen.

Abschnitt Elefantenzähne vor Steeg:
Länge: 3 km (km 27.5 - km 30.5 laut DKV)
Schwierigkeit: WW III bis IV
Befahrbarkeit: Amtlich verordnetes Befahrungsverbot (Laichschutzgebiet)

Flussabschnitte - mittlerer Lech - Raftingstrecke

Abschnitt Steeg - Bach:

Länge: 12 km
Schwierigkeit: WW II bis III
Befahrbarkeit: ganzjährig
Dauer: ca. 1 h bei Mittelwasserstand

Einstieg: Bei der Kirche in Steeg über die Brücke und am orographisch rechten Ufer der schmalen Gemeindestraße folgen bis diese vom Lech wegführt. Hier wird die drei Meter breite Viehtränke als Einstieg benutzt.

Ausstieg: Sportplatz Bach
Beschreibung:
Der Anfangs verbaute Fluss wird bald natürlich. Nach einigen km wird die erste Schwierigkeit mit einem bei Nieder- und Mittelwasser stark verblockten Abschnitt erreicht. Bei Hochwasser sind die Blöcke überspült und man muss mit starker Walzenbildung rechnen. Die zweite Schwierigkeit liegt bei der Stockacherbrücke (blaues Geländer) hier sollte die rechte Spur benutzt werden um der scharfkantigen Flusssohlenstabilisierung an dieser Stelle auszuweichen.

Abschnitt Bach - Häselgehr:
    
Länge: 10 km
Schwierigkeit: WW I bis III
Befahrbarkeit: ganzjährig
Dauer: ca. 1 h bei Mittelwasserstand
Einstieg: Sportplatz Bach
Ausstieg 1: Camping Rudi in Häselgehr (Gebühr € 1,- ausgenommen Campinggäste)
Ausstieg 2: oberhalb Häselgehr beim Fussballplatz
Ausstieg 3: Raftbasis Fun-Rafting Clemens Friedle (Ausstiegsgebühr)

Beschreibung:
Ab Bach wird der Flussverlauf immer offener. In Elbigenalp entstehen schon einige Kiesbänke bis in Häselgehr die Flussbreite auf über hundert Meter angewachsen ist. Durch diesen offenen Flusscharakter ändert sich der Flussverlauf ständig (besonders nach Hochwasser). Es entstehen Kiesbankschwälle und Prallwände an unterschiedlichen Stellen. Eine leichte Prallwand mit Verblockung in Elbigenalp bei der Nikolausbrücke, einem heftigeren Schwall und der Stelle unter der Brücke in Häselgehr (WW III, ein Schwall mit großen Felsblöcken in der Hauptströmung, sollte am besten links befahren werden).

Hier ist Halbzeit der Strecke Steeg - Weissenbach, die Fahrt kann unterbrochen (links 200m nach der Brücke folgt der Campingplatz) und am nächsten Tag fortgesetzt werden.

Abschnitt Häselgehr - Stanzach:

Länge: 10 km
Schwierigkeit: WW I bis III
Befahrbarkeit: ganzjährig
Dauer: ca. 1 h bei Mittelwasserstand
Einstieg: Camping Rudi in Häselgehr (Gebühr € 1,- ausgenommen Campinggäste) oder oberhalb Häselgehr beim Fussballplatz oder Raftbasis Fun-Rafting Clemens Friedle (Einstiegsgebühr).
Ausstieg: Brücke Stanzach - Vorderhornbach am rechten Ufer
Beschreibung: Die sportlichste Etappe der Strecke Steeg - Weissenbach. Flotte Strömung, viele Kiesbankschwälle und schöne Kehrwasser. Vorsicht bei der Prallwand mit Eisenträgern, etwa 1.5 km nach Häselgehr, kann links über die Schotterbank leicht umtragen werden. Unterhalb dieser Prallwand steht von 01.10. bis 30.04. jeden Winter eine Behelfsbrücke. Je nach Wasserstand ist die Durchfahrt unter der Brücke zwischen 150cm und eine paar wenige cm. Kurz darauf noch ein etwas wuchtigerer Schwall in einer Rechtskurve bei der Einmündung des Streimbaches (WW II+).

Abschnitt Stanzach - Forchach/Weissenbach:

Länge: 10 km
Schwierigkeit: WW I bis III
Befahrbarkeit: ganzjährig
Dauer: ca. 1 h bei Mittelwasserstand
Einstieg: Brücke Stanzach - Vorderhornbach am rechten Ufer
Ausstieg: Riedener Brücke bei Weissenbach am rechten Ufer
Beschreibung:
200 Meter nach dem Einstieg trifft der Lech auf Grundgestein und bildet die mit Abstand schwierigste Stelle des Unterlaufs. Kann links besichtigt und umtragen werden. Ansonsten weitet sich hier das Flussbett bis auf einige hundert Meter, in vielen Kiesbänken verästelt sich der Lech gewaltig. Da die Kiesbänke ein Standort stark vom Aussterben bedrohter Arten sind, sollte hier keine Rast eingelegt werden. Der Lech vergisst nicht auf seine schnelle Strömung, kleine Schwälle und ab und zu schöne Kehrwasser lockern diese Etappe auf.

Flussabschnitt - unterer Lech

Weissenbach - Reutte - Grenze:

Länge: 24 km (km 69 - km 93 laut DKV)
Schwierigkeit: WW I bis II
Befahrbarkeit: ganzjährig

Weitere Informationen:

Wassereinzugsgebiet:
Der Lech entsteht aus dem Spullersee, dem Formarinsee und dem Zürserbach bei Lech.
Weitere Zuflüsse: Krumbach, Bockbach, Krabach, Kaiserbach, Sulzlbach, Madaubach (Alperschonbach) (mit Kajak befahrber WW III bis IV), Bernhardsbach, Otterbach, Streimbach (Bschlaber Bach) (mit Kajak befahrbar WW III bis IV), Hornbach (mit Kajak befahrbar WW IV), Namloser Bach, Scharzwasserbach.

Kraftwerke:
In Ehenbichl wird das Wasser des Lechs durch ein Kraftwerk abgeleitet (unbefahrbare Wehranlage) und wird oberhalb von Reutte wieder zugeleitet.

Schwierigkeiten / Schlüsselpassagen des oberen und mittleren Lechs:
Verblockung mit Prallwand in Elbigenalp bei der Nickolausbrücke
Schwall unter der Brücke in Häselgehr
Schlüsselstelle 200 m nach Stanzach

Amtliche Befahrungsregeln:
Amtlich verordnetes Befahrungsverbot oberhalb Steeg (Elefantenzähne)

Handyempfang:
Überall guter Mobilfunkempfang

Pegel:
Standort: 200 m unterhalb des Einstiegs bei Steeg (km 31.5)